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Integrierte Geschaftsplanung

Herausforderung

Die Verbindung einer nachhaltigen Produktphilosophie mit der Wertschöpfungskette stellt für viele Unternehmen eine signifikante Herausforderung dar. Das zeitgerechte Management von Produkteinführung muss mit den Anforderungen einer global verteilten Wertschöpfung synchronisiert werden. Planung, Beschaffung, Produktion und Distribution erfolgen nicht mehr in wenigen eigenen Standorten in der Nähe des Firmensitzes, sondern wandeln sich zu einem global verteilten Netzwerk, in dem Funktionen in diversen Ländern wahrgenommen werden. Um globale Wertschöpfungsketten flexibel zu gestalten, ist es daher unabdingbar, eine ‚End-to-End‘ Perspektive vom Kunden zum Lieferanten und zurück einzunehmen und quasi das Gesamtsystem zu integrieren, transparent zu machen und zu beschleunigen. Allerdings hat Nachhaltigkeit bei der Entwicklung dieser Werkzeuge bisher eine untergeordnete Rolle gespielt, wobei nicht gänzlich auf Nachhaltigkeit verzichtet wurde. Nachhaltigkeit im Unternehmen wird bisher primär an den internen Anforderungen in Bezug auf Sicherheit und Umweltschutz festgemacht, die vom Gesetzgeber oder auch von Industrieverbänden zur Umsetzung empfohlen werden. Neben Sicherheit und Umweltschutz wird Nachhaltigkeit im Unternehmen auch mit der Einsparung von Energiekosten, der Reduktion von CO2 und der Einsparung von Wasser bzw. der Vermeidung von Abfall verbunden. Dabei sind Externalitäten, also alle Produktionsfaktoren, die vom Unternehmen kostenlos bezogen werden, aber deren Kosten nicht in betriebswirtschaftliche Gesamtrechnung einbezogen werden, noch gar nicht berücksichtigt.

Lösung

  • Management der Wertschöpfungskette als Gesamtsystem (End-to-End Perspektive).
  • Integration von Planungsprozessen: Die Fähigkeit, auf Veränderungen schnell zu reagieren, stellt für Unternehmen heute einen signifikanten Wettbewerbsvorteil dar. Unternehmen, die sich den Anforderungen von stark wandelnden Märkten stellen müssen, verbinden mit Sales & Operation Planning die operative Planung der Wertschöpfungskette mit der Finanzplanung. Der aktuelle Trend geht zu integrierter Geschäftsplanung (Integrated Business Planning), der derzeit höchsten Stufe der Planungsintegration. Um die Auswirkungen der Wertschöpfung zu erfassen und zu bewerten, ist es weiterhin notwendig, mehrere Vorstufen von Lieferanten und Partnern zu integrieren. Eine aus Planungssicht neue Herausforderung stellt die Berücksichtigung von Externalitäten im Planungsprozess dar. Viele der Entscheidungen, die heute aus planerischer Sicht sinnvoll sind, werden unter Berücksichtigung von Externalitäten, wie z.B. der monetären Bewertung von „Umweltleistungen“, sicherlich anders ausfallen und in der Summe zu einer Verschiebung von Wertschöpfungsaktivitäten führen.
  • Aufwertung des Einkaufs: Um die Beschaffung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien zu steuern, greifen Unternehmen vermehrt auf „Einkaufsrichtlinien zur nachhaltigen Beschaffung“ zurück. Diese ergänzen in der Regel die auf Compliance ausgerichteten Verhaltenskodizes, die Lieferanten in der Regel einseitig zu nachhaltigen Arbeitsweisen verpflichten. Aktives Lieferantenmanagement in den jeweiligen Einkaufskategorien gehört seit jeher in den Verantwortungsbereich des Einkaufs. Durch die gewachsene Komplexität der Wertschöpfung und starker Volatilität auch auf Ebene der Lieferanten hat die Bedeutung pro-aktiven und intensiven Lieferantenmanagements stark zugenommen. Während Kostensenkungsmaßnahmen in gut organisierten Einkaufsabteilungen zur Tagespraxis gehören, ist nachhaltiger Einkauf noch vielfach in der Aufbauphase. Oft sind in Einkaufsabteilungen nicht die richtigen Kenntnisse und Methoden vorhanden, um den mehrmaligen Gebrauch von Produktkomponenten (Reuse) oder Design-for-Reuse in die Einkaufsentscheidung mit einzubeziehen, solange Rohmaterial noch zu „akzeptablen“ Preisen beschafft oder Mehrkosten an den Kunden weitergegeben werden können.
mkdf-team-image
Michael D’heur
Expert for Strategy, Product Development, Supply Chain, Sustainability, Digitalisation
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Expert for Strategy, Product Development, Supply Chain, Sustainability, Digitalisation