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Millennials setzen klare Maßstäbe und haben hohe Erwartungen

Millennials setzen klare Maßstäbe und haben hohe Erwartungen

  • Die IHK Nürnberg und Mittelfranken hat auf dem 12. Asien-Pazifik-Forum bewiesen, dass Bayern und die Wachstumsregion Asien Pazifik eine starke Kombination sind
      • Asien bleibt der interessanteste Wachstums- und Beschaffungsmarkt
      • Deutschland kann eine führende Rolle bei Nachhaltigkeit in Wertschöpfungsketten einnehmen

     

    • Corporate Social Responsibility (CSR) ist in der Wertschöpfungskette keine Option mehr, sondern ein Muss um wettbewerbsfähig zu bleiben

     

Versteht Ihr Unternehmen, was die Millennials – die Generation, die nach 1984 geborgen wurde – von Ihnen wirklich erwartet? Haben Sie die Anforderungen und die sich daraus ergebenden Chancen bereits in Ihrer Produkt- und Serviceplanung berücksichtigt? Falls nicht, ist jetzt die richtige Zeit, die Initiative zu ergreifen… 

 

  • Jetzige Studenten – auch oft als “Millenials” oder Generation Y bezeichnet – haben hohe Ansprüche an Nachhaltigkeit. Sie sind Konsumenten, aber auch zukünftige Arbeitnehmer, deren Erwartungen verstanden und wahrgenommen werden müssen, um unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
  • Transparenz sowie die Integrität ihrer Handlungen sind Hauptkriterien von Nachhaltigkeit in Unternehmen.
  • Millennials wissen, dass Unternehmen nur dann nachhaltige Produkte und Praktiken umsetzen werden, wenn es eine echte Nachfrage gibt und die Produkte wettbewerbsfähige Kosten haben.

 

Im Rahmen der Herbstkonferenz des Studentennetzwerks sneep der Universität Kassel hielt ich eine Präsentation zu nachhaltig gemeinsamer Wertschöpfung. Das Thema der Konferenz war die Verankerung von Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette. sneep ist ein pan-Europäisches Studentennetzwerk mit mehr als 200 Mitgliedern in 30 Lokalgruppen, das sich dem Thema Business Ethics verschrieben hat. Die Konferenz brachte Fachleute aus Unternehmen, Medien, Beratungsunternehmen und etwa 100 Studenten des sneep Netzwerks zusammen.

Der Einführungsvortrag wurde von Professor Dr. Stefan Seuring, Deutschlands bekanntestem Akademiker im Bereich des nachhaltigen Supply Chain Managements, gehalten. Dr. Seuring bekräftigte, dass die Bedeutung von Nachhaltigkeit in Wertschöpfungsketten immerzu ansteigt. Trotz dessen Komplexität ist klar zu erkennen, dass sich nachhaltiges Wertschöpfungsmanagement von einem Nischenthema zu einem Aspekt des Kerngeschäfts entwickelt hat.

In darauf folgenden Vorträgen fragte Wolfram Bernhardt vom philosophischen Unternehmensmagazin Agora42 die Anwesenden, wie viel Gutes in den „schlechten“ Praktiken von Unternehmen existieren kann; Thomas Kentsch, der Experte beim Thema nachhaltige Beschaffung bei Siemens, bejahte, dass Nachhaltigkeit schon jetzt bei der Auswahl der Lieferanten in Betracht gezogen wird und erforderlich ist, um mit Siemens Geschäfte einzugehen.

Nachhaltigkeit ‚von innen nach außen‘

In meinem Vortrag stellte ich dar, warum unternehmerische Nachhaltigkeit von innen heraus gelebt werden muss und warum das Kerngeschäft der größte Hebel für Veränderungen der Nachhaltigkeit ist.

Das Interesse der Studenten reichte über eine Fülle an Themen, die während der Networkingpausen detaillierter diskutiert wurden.

  • Obwohl die andauernde Jagd nach Gewinn und Wachstum immer noch die Wirtschaft beherrscht, wächst die Überzeugung, dass Profitmaximierung auf alle Kosten nicht nachhaltig ist.
  • Management der Wertschöpfungskette, das auf gemeinsame Wertschöpfung abzielt, erlaubt es, gleichzeitig die unternehmerischen Geschäftsziele zu erreichen und gesellschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
  • Um nachhaltiges Management der Wertschöpfungskette möglich zu machen, sollten Unternehmen Verbesserungen in Produktentwicklung, Wertschöpfungskette und Nachhaltigkeit durchzusetzen. Die bestehenden Ansätze müssen mit neuem Denken kombiniert werden um neue Geschäftsmodelle zu begründen.
  • Bemühungen von Firmen, nachhaltig zu sein, werden geschätzt – es ist jedoch nötig, diese klar zu beleuchten um zu verstehen, wie Nachhaltigkeit in Produkten, Wertschöpfungsketten und Kommunikation umgesetzt wird.
  • Nachhaltiges Management der Wertschöpfungskette als Rückgrat von gemeinsamer Wertschöpfung ist keine Kostenfrage. Es ist eine Chance, sich von anderen abzuheben. Um Kunden zu gewinnen und diese zu behalten, müssen Unternehmen beweisen können, dass sie sich von quantitativem zu qualitativem Wachstum hinbewegen.

Workshopergebnisse: Die Erwartungen der Millennials sind deutlich. Firmen müssen nun darauf reagieren

Am Nachmittag der Veranstaltung konnte ich mit 18 Studenten zusammen arbeiten, um auszufeilen, was sie als größte Erwartungen und Möglichkeiten im Bereich der Nachhaltigkeit sehen. Basierend auf dem shared.value.chain Referenzmodell sollten die Studenten ihre Erwartungen und die Chancen von Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette darstellen. Dabei sollten zweierlei Perspektiven beachtet werden: Ihre eigene Sicht als Verbraucher und die Sicht von Firmenbesitzern bzw. –managern.

Die Studenten entwickelten die Antworten selbstständig und brachten diese dann in die gemeinsame Diskussion mit ein. Die wichtigsten Chancen und Erwartungen wurden wie folgt beschrieben.

„Aus Kundensicht, sehe ich Chancen…“

  • …mit weniger Produkten, glücklicher zu leben
  • …finanzielle Vorteile zu haben, da Produkte länger genutzt werden können
  • …zu wissen, dass durch das Produkt kein Schaden entsteht

„Aus Kundesicht, habe ich die folgenden Erwartungen an Nachhaltigkeit im Kerngeschäft.“

  • Transparenz ist das wichtigste Kriterium. Unternehmen müssen nachhaltige Produkte über nachhaltige Lieferketten bereitstellen – und zwar mit Transparenz von Anfang an.
  • Produkte sollten zu 100% aus nachhaltigen Rohstoffen bzw. Komponenten – und somit auch emotionale Werte ansprechen
  • Die Leistungen die Unternehmen im punkto Nachhaltigkeit kommunizieren, sollten von unabhängiger Stelle überprüfbar sein.

„Aus Sicht der Unternehmensleitung, sehe ich Chancen…“

  • …das Kundenvertrauen und die Reputation des Unternehmens zu steigern
  • …den Markenwert des Unternehmens zu erhöhen
  • …die Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation auf Basis ehrlicher, ethischer und authentischer Praktiken zu erhöhen.

„Aus Sicht der Unternehmensleitung, sollte Nachhaltigkeit im Kerngeschäft die folgenden Erwartungen erfüllen.“

  • Die Fähigkeit nachhaltige Produkte mit einer wettbewerbsfähigen Kostenposition auf den Markt zu bringen
  • Die Kundennachfrage sollte echt und substantiell vorhanden sein – nachhaltige Produkte müssen für Kunden bezahlbar sein.
  • Der ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Beitrag nachhaltiger Produkte muss messbar sein.

Zusammenfassung: Firmen müssen verstehen, wie Millennials denken, denn sie werden als Verbraucher aber auch als zukünftige Mitarbeiter und Entscheidungsfinder die Agenda für Nachhaltigkeit bestimmen. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Firmen bereit sein, die Erwartungen der jungen Generation zu erfüllen.

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