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Bericht vom 2. Bayerischen CSR Tag in München

Bericht vom 2. Bayerischen CSR Tag in München

  • Erfolgreicher Austausch von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen während des 2. Bayerischen CSR Tages
  • Obwohl viele Unternehmen bereits die gesetzlichen Vorschriften zu CSR und Nachhaltigkeit erfüllen, ist die konkrete Umsetzung in das Kerngeschäft noch nicht ganz klar
  • CSR muss als wirtschaftliches, nicht nur als soziales, Thema akzeptiert werden und Gehör finden

 

Am Donnerstag, 18. September 2014 fand in München der 2. Bayerische CSR Tag statt. Eingeladen hatte die Industrie- und Handeskammer (IHK) zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.

Bei schönstem Wetter konnten sich die rund 240 Teilnehmer rund um das Thema Corporate Social Responsibility (CSR) austauschen und informieren.

Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, und Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern eröffneten die Veranstaltung. Beide betonten die große Bedeutung, die das Thema CSR heute in der Gesellschaft sowie Wirtschaft inne hält. Kunden, aber auch Mitarbeiter, legen immer mehr Wert darauf, dass Unternehmen Nachhaltigkeit und CSR aktiv leben. Frau Müller verdeutlichte, dass CSR an sich ein Erfolgsträger ist und somit im Eigeninteresse der Unternehmen liegt.

Der Eröffnung folgte ein Vortrag von Prof. Dr. René Schmidpeter von der Cologne Business School, in dem er klarmachte, dass CSR nicht nur ein soziales Thema ist, sondern vor allem ein wirtschaftliches. Durch den Einfluss des Internets verändert sich die Geschäftswelt zunehmend und auch das Thema CSR wird stets präsenter. Obwohl Umfragen zeigen, dass deutsche Unternehmen über die gesetzlichen Vorgaben zum Thema CSR hinausgehen, ist es ihnen meistens nicht klar, wie genau sie dies im Kerngeschäft integrieren können. Großes Potential besteht dadurch für neuere Geschäftsmodelle wie Inclusive Business sowie Shareconomy, die durch Innovationen auch in den gesättigten Märkten der westlichen Welt erfolgreich sein können, wie etwa der Fall der Fahrdienstvermittlung Uber zeigt. Um die Grenzen des Wachstums auszuweiten, sind Innovationen unabdingbar.

Kurzvorstellungen zu den Themen Shareconomy, CSR im Konzern, Inclusive Business und Social Entrepreneurship, zu denen sich die Teilnehmer auch an Ständen informieren und austauschen konnten, boten eine Übersicht über einen Teil der Bandbreite sowie dem Innovationspotential von Nachhaltigkeit und CSR.

Es folgte eine Vorstellung der Umfrageergebnisse zum Thema Ehrbaren Kaufman von Dr. Antje Kuttner der IHK. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Begriff Ehrbarer Kaufmann, der bereits seit circa 50 Jahren von der IHK verwendet wird, heute noch immer relevant ist. Zudem halten 92% der befragten Unternehmen unternehmerische Verantwortung für wichtig für den betriebswirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Mehr Informationen zu den Umfrageergebnissen finden Sie bei der IHK München.

Als letzter offizieller Punkt auf der Agenda des CSR Tages stand eine Podiumsdiskussion mit Ingrid Reuschl, Krones AG, Professor Dr. Klaus Sailer, Social Entrepreneurship Akademie, Anne-Kathrin Kirchhof, Germanwatch und Getrud Oswald, BIHK. Die Beteiligten diskutierten zum Thema „Quo Vadis unternehmerische Verantwortung: Handwerkern für den guten Zweck oder gleich die ganze Welt retten?“. Einigkeit herrschte, dass CSR stärker in der Betriebswirtschaftslehre verankert werden muss um Unternehmen das Handwerkszeug zu geben, CSR aktiv umzusetzen. Hier gilt es als besonders wichtig, die CSR Strategie spezifisch an das jeweilige Unternehmen anzupassen.

Im Anschluss an die Veranstaltung durften die Teilnehmer ihre Erfahrungen und Eindrücke im Innenhof der IHK Akademie austauschen. Diese Veranstaltung zeigte, wie gut und wichtig das Zusammenspiel von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen ist, um gemeinsam an der aktiven Umsetzung des Themas CSR zu arbeiten.